Päonien
Päonien Schmetterling

Rockii Päonien | Pfingstrosen

Pflanzen Vermehrung

Veredlung - Unterlage (Wurzel mit Cambium bzw. Wachstumszellen)Veredlung - Edelreis mit 1-3 Augen
VeredlungV
eredlung mit Anpressband/ -gummi und Wundverschlußmittel
Messer zur Pflanzen Vermehrung (Veredlung)
Ammen - Veredlung (Geißfuß)
Pflanzen Schrägschnitt Veredelungangewachsene Pflanzen Schrägschnitt Veredelung
Schrägschnitt Verededlung
Vermehrung: Okulation - Rinde lösenVermehrung: Okulation- Augen Entnahme
Vermehrung: Okulation - Auge einsetzenVermehrung: Okulation - Anpressen mit Gummiband
Messer zur Pflanzen Vermehrung
Okulation
Chip Budding Vermehrung - SchrägschnittChip Budding Vermehrung - Augen Entnahme
Chip Budding Vermehrung- Auge einsetzenChip Budding Vermehrung - Anpressen mit Gummiband
Chip Budding Vermehrung
  1. Pflanzen Veredelung / Veredlung allgemein

    Anplatten, Pfropfen, Possen, Okulieren, Chip - Veredlung, Omega - Veredlung, Spalt - Veredlung, Ammen - Vermehrung oder Geißfuß - Veredlung beschreiben prinzipiell den gleichen Vorgang einer vegetativen Pflanzen Vermehrung.
    Im Gegensatz zur Aussaat (generative Vermehrung), bei der eine natürliche Aufspaltung der Vater- und Muttergene eintritt (Mendelsche Regeln), haben die durch Veredlung neu entstandenen Pflanzen identisches Erbgut und gleiche Eigenschaften wie die Mutterpflanze.
    Bei der Veredlung verwachsen Pflanzen Gewebszellen der Edelreiser von ausgewählten Mutterpflanzen mit den Unterlagen. Unterlagen können Sämlings - Pflanzen oder Wurzeln sein, die die Edelreiser nach dem Verwachsen ernähren können. Voraussetzung für eine schnelle Verwachsung ist die möglichst nahe Verwandtschaft innerhalb der Pflanzen - Familie zwischen Unterlage und Edelreis. Edelreiser sollen in der Regel 1-3 Knospen (Augen) besitzen und können bei entsprechend gewählter Kühltemperatur und Feuchtigkeitsgehalt relativ lange gelagert werden. Der günstigste Zeitpunkt zur Veredlung hängt von der Gehölzart ab. Die Verwachsung erfolgt aber umso schneller, je stärker sich die Unterlage „im Saft“ befindet, das Edelreis aber noch in Ruhe ist. Das Anwachsen wird ebenfalls beschleunigt, je stärker man die zu verwachsenden Teile aneinander presst. Üblich sind hierfür Kunststoffbänder (PVC, PE) oder lichtstabile Veredlungsgummis. Leider ist dieses Zubehör oft nur im Fachgroßhandel in Großpackungen erhältlich. Alternativ kann man es deshalb auch mit Naturbast oder schmalen Fahrradschlauchstreifen versuchen.
    1. Ammen - Veredlung (Geißfuß)

      Diese Methode der Pflanzen Vermehrung wird meist nur dann durchgeführt, wenn wenig Vermehrungsgut (Edelreiser) zur Verfügung steht, ansonsten ist die Steckling Vermehrung (s. Abschnitt d) oder Teilung (s. Abschnitt e) weniger aufwendig.
      Um beispielsweise Pfingstrosen zu veredeln, könnte man natürlich auf entsprechende Sämlinge als Unterlage zurückgreifen. Falls diese zu wertvoll sind oder nicht zur Verfügung stehen, verwendet man bevorzugt Wurzeln von Pfingstrosen Stauden (z.B. Paeonia lactiflora), die wie eine Amme die Edelreiser nach der Verwachsung so lange ernähren müssen, bis das Reis eigene Wurzeln gebildet hat. Der beste Zeitpunkt für die Freiland Veredlung ist August / September, da Päonien nicht im Frühjahr, sondern im Frühherbst ihre Wurzelneubildungsphase haben. Diese Zeit ist auch günstig für Umpflanzungen.
      Päonien Veredlung am Beispiel der Geißfußmethode (siehe Abb.: oben links: Unterlage (Wurzel mit Cambium bzw. Wachstumszellen, oben rechts: Edelreis mit 1-3 Augen, unten rechts Veredlung mit Anpressband/ -gummi und Wundverschlußmittel)
    2. Schrägschnitt Veredelung:

      Bei der Schrägschnittveredlung (auch K0pulation genannt) wird ein Veredlungsreis mit 3-5 Augen auf eine Strauchunterlage aufgesetzt. Im Gegensatz zu anderen Gehölzen, ist bei Pfingstrosen hierfür die günstigste Zeit während der Wurzelneubildungsphase im Frühherbst (August/ September). Reis und Unterlage werden dafür mit einem ebenen Schrägschnitt versehen und mit einem elastischen Veredlungsband (PVC, PE) so aufeinander gepresst, dass das Kambium auf beiden Seiten gut überlappt und miteinander verwachsen kann. Mit der Schrägschnittveredelung können verschiedene Farben oder Blütenformen auf eine Strauchpfingstrose aufveredelt werden.
    3. Okulation (Augenveredlung / Vermehrung)

      Für die vegetative Vermehrung durch Okulation müssen die Unterlagen zur Veredlung im vollen Saft stehen (Juli / August). Es ist genau der Zeitpunkt zu wählen, an dem sich die Rinde leicht vom Holz der Pflanzen ablösen lässt. Das Ablösen wird erleichtert durch einen vorangegangenen T-Schnitt. Danach können mit dem Rücken des Okkuliermessers die Rindenlappen nach links und rechts abgelöst werden. Als nächstes wird ein nicht ausgetriebenes Auge (schlafendes Auge bei dem die Blätter entfernt werden) der gewünschten Pflanzen - Sorte möglichst ohne Holz dünn entnommen. Dieses Auge wird dann hinter die Rindenlappen der Veredlungsunterlage geschoben und zum Abschluss mit einem Veredlungsgummi angepresst.
    4. Chip Veredlung (Chip Budding Vermehrung durch Augenanplatten, Spanveredlung)

      Diese vegetative Art der Veredlung ist der Okulation sehr ähnlich und hat den Vorteil, dass eine Vermehrung auch in Zeiten durchgeführt werden kann, in denen sich die Rinde von der Unterlage nicht ablöst. Zunächst wird aus der Rinde der Pflanzen - Unterlage ein dünner Span geschnitten, den man in voller Länge stehen lassen, aber auch einkürzen kann. Hinter diesen Span wird ein ruhendes Auge der Edelsorte (nicht ausgetrieben, Blätter entfernt) gesetzt und mit einem Veredlungsgummi angepresst. Auch bei dieser Methode der Vermehrung sollte das Kambium auf einer Seite und im Idealfall auf beiden Seiten überlappen. Werden als Unterlagen Pfingstrosen - Wurzeln verwendet, ergibt sich die Problematik, dass hier leider selten Kambiumzellen erkennbar sind.
    5. Historische Keilmethode

      Historische Keilmethode zur Pflanzen Vermehrung
      Historische Keilmethode
      Verschiedene Veredelungsmethoden wurden schon vor Jahrhunderten entdeckt und angewendet, dazu gehört auch das Keil- oder Einsteckverfahren.
      Das Edelreis wurde hierzu keilförmig zugespitzt und in einen ebenfalls mit dem Messer vorbereiteten schmalen Spalt am Kopf der Unterlagenwurzel eingepresst. Dadurch saß das Reis so fest, dass Naturbast als Anpressband nicht notwendig war. Um jedoch das Eindringen von Feuchtigkeit in den Spalt zu verhindern, benutzte man beispielsweise Baumharz.
      Aufgrund der geringen Anwachsrate, hat diese Veredelungsart heute keine Bedeutung mehr, dass sie aber funktioniert zeigen die Abbildungen.
  2. Steckling Vermehrung

    Um Steckreiser bzw. Stecklinge (1-3 Augen) bewurzeln zu können, werden meist Gewächshausbedingungen mit konstanter Temperatur, Feuchtigkeit und Beleuchtung gewählt. Von wenigen Ausnahmen abgesehen ist zusätzlich die Verwendung von Bewurzelungshormonen notwendig (z. B. Rhizopon). Bei der Verwendung solcher Stoffe sollte das Sicherheitsdatenblatt beachtet werden, um Gesundheitsschäden auszuschließen. Gleiches gilt für die Verwendung von pilz- und fäulnishemmenden Wirkstoffen. Der richtige Steckzeitpunkt ist Erfahrungssache, sollte aber noch in der Zeit liegen, wenn die Blätter die Stoffwechselvorgänge in den Zellen unterstützen.
  3. Teilung

    Für eine Teilung müssen die Päonien zunächst aus der Erde genommen werden, um
    danach auseinander gerissen, geschnitten oder gesägt zu werden. Die Teilstücke sollten mindestens 1-3 Knospen (Augen) besitzen. Dies ist Voraussetzung für den Austrieb im darauf folgenden Frühjahr. Durch geeignete Wundbehandlung bzw. Wundverschluß sollte man vor dem Wiedereinpflanzen einer möglichen Fäulnis vorbeugen.
  4. Absenken (Markottieren)

    Man biegt einen Pflanzen - Trieb vorsichtig (Bruchgefahr) bis zum Bodenkontakt nach unten, fixiert ihn dort (z.B. mit einem Stein). Danach bedeckt man mindestens 10 cm Trieblänge (möglichst im Bereich der unteren Knospen) ausreichend mit Erde. Nach ein bis zwei Jahren sollten sich in diesem Bereich genügend Wurzeln gebildet haben, so dass der Trieb von der Mutterpflanze abgetrennt werden kann. Die Wurzelbildung kann durch eine Einkerbung oder durch leichte Rindenverletzung ( z.B. mit grobem Schmirgelpapier) gefördert werden.
  5. Abmoosen

    Abmoosen (Markottieren) von Pflanzen
    Abmoosen
    Beim Abmoosen (Markottieren) werden Triebstücke unmittelbar an der Mutterpflanze zur Bewurzelung gebracht. Dazu wird ein Stückchen Rinde des Triebstücks im Bereich einer Blattknospe bis zum Kambium freigelegt und mit etwas feuchtem Moos oder Torf umgeben.
    Danach wird der Trieb samt Substrat mit Polyethylenfolie so dicht umwickelt, dass keine Austrocknung erfolgen kann. Regelmäßige Kontrolle ist angebracht. Nach ausreichender Bewurzelung, kann dann unterhalb des Wurzelballens abgeschnitten werden. Soweit für die Bewurzelung Bewurzelungshormon verwendet wird, sollte unbedingt das Sicherheitsdatenblatt beachtet werden.
  6. Meristem Vermehrung (In vitro Vermehrung)

    In vitro Pflanzen Vermehrung
    In vitro Vermehrung
    Diese vegetative Art der Pflanzen Vermehrung entspricht prinzipiell der Steckling Vermehrung mit dem Unterschied, dass man hier der Mutterpflanze keine großen Teilstücke, (Reiser), sondern winzige Gewebsstückchen (Meristeme) entnimmt. Diese Meristeme müssen sehr teilungsaktive Zellen besitzen, die sich auf künstlichen Nährböden unter sterilen Laborbedingungen (In vitro) gut vermehren lassen. Da diese Zellen die Erbinformationen des gesamten Pflanzen - Organsystems besitzen, kann eine Ausdifferenzierung dieser Kulturen in winzige Einzelpflänzchen mit Wurzel, Spross usw. erfolgen. In den folgenden Arbeitsschritten werden die noch winzigen Pflänzchen ihrem Platzbedarf entsprechend auf weitere Nährböden verteilt. Bevor die fertigen Pflanzen nach draußen dürfen, erfolgt die Abhärtung in klimatisierten Hallen.
    Die Methode der In vitro Vermehrung hat inzwischen große wirtschaftliche Bedeutung für die Massen - Vermehrung von einjährigen Beet- und Balkon- Pflanzen. Für Strauchpfingstrosen / Stauden- Päonien ist die Meristem Vermehrung (In vitro) bisher noch der Ausnahmefall. Einzelne Päonienzüchter (vergl. hierzu Martin Page) sind sogar der Meinung, dass aus Meristem Vermehrungen instabile Itoh - Päonien entstehen können.
  7. Generative Vermehrung von Päonien (Aussaat)

    Generative Pflanzen Vermehrung (Aussaat)
    Generative Vermehrung (Aussaat)
    Die ausgereiften Pfingstrosen Samen (ca. Mitte September) können direkt im Freiland vor Mäusefraß geschützt ausgesät werden. Da je nach Päonien - Art die Hauptkeimung erst im 2. oder 3. Jahr erfolgt, bietet sich die Stratifikation (Schichtung von Saatgut in feuchtem Sand oder Wasser, um das Keimen zu beschleunigen) an. Hier können durch vorsichtiges regelmäßiges Umschichten die gekeimten Samen ausgelesen und in sehr durchlässiges Substrat gepflanzt werden. Die Gewächshauskultur erfordert meist den Einsatz vonp pilz- und fäulnishemmenden Stoffen. Die generative Pflanzen Vermehrung ist der einzige natürliche Weg, um zu neuen Pfingstrosen Formen (Hybriden-Züchtungen) zu gelangen. Besonders ist hier die enorme Vielfalt der sehr robusten und schönen Rockii Pfingstrosen zu nennen. Eine Besonderheit aus züchterischer Sicht sind natürlich die Itoh Päonien. Hier ist ein Züchtungserfolg zwischen den Pfingstrosen Sektionen Staude und Strauch gelungen. Leider ist die Nachkommenschaft dieser Interspezifischen bzw. Intersektionellen Päonien komplett steril (keine Samenbildung). Dies ist bedauernswert, weil deshalb keine Weiterzüchtung erfolgen kann. Durch eine Mutation könnte diese Sterilität allerdings überwunden werden (siehe auch Pfingstrosen Züchtung).

    Methode zur Verkürzung der Keimdauer des Samens von Pfingstrosen
      1. Den Samen der Pfingstrosen in Wasser 3 Tage einweichen
      2. Einfrieren des Samens für einen Monat.
      3. Zwei Tage auftauen und erneutes Einfrieren des Samens für eine Woche
      4. Nach zwei Tagen erneut für eine Woche einfrieren
      5. Danach wieder auftauen Durch das Einweichen und den drei Zyklen aus Einfrieren und Auftauen wird die Keimhemmung des Samens von Pfingstrosen gebrochen.
      6. Nun sind die Samen keimbereit. Danach legt man die noch feuchten Samen in ein Sandbett und bedeckt sie mit einer Sandschicht, die eine Dicke von zwei Samenkörnern nicht überschreiten sollte. Führt man die Aussaat im Herbst durch, erfolgt die Keimung im nächsten Frühjahr und die dichtstehenden Sämlinge können am Ende des Sommers pikiert werden. Bis dahin sorgt man für ein leicht feuchtes Sandbett.