Blüten haltbar machen - Blüten trocknen
Die bekannteste Methode ist das Blütenpressen. Es gibt wohl
kaum einen Blumenliebhaber, der noch nicht versucht hat, eine Blüte in einem
Buch zu pressen, um sie danach aufbewahren zu können. Anstelle von Büchern
können auch ausgediente Telefonverzeichnisse oder alte Tageszeitungen verwendet
werden. Die gleichmäßige Beschwerung mit Gewichten ist für ein
gutes Pressergebnis Voraussetzung. Neben dem Zubehör im Handel, können
auch Blumenpressen aus Holz- Metall- oder Steinplatten im Eigenbau hergestellt
werden. Ein Beispiel hierfür ist die „Gehwegplattenpresse". Mit
mehreren solcher Platten und Zeitungspapier zum Aufsaugen der Feuchtigkeit, kann
ausreichender Pressdruck und damit ein schönes Ergebnis erzielt werden. Bedrucktes
Papier kann abfärben, deshalb empfiehlt es sich, Filterpapier mitzuverwenden.Blüten lufttrocknen
Die Blüten werden hierfür kurz nach dem Öffnen der Knospen, trocken und möglichst außerhalb der Mittagshitze geschnitten, gebündelt und kopfüber an einem schattigen, trockenen, warmen und gut belüfteten Ort aufgehängt . Hier können die Blüten zügig trocknen ohne Schimmel anzusetzen.Blüten mit Trockenmittel trocknen
Trockenmittel sind Stoffe, die in der Lage sind bis zu 60% des Eigengewichtes an Wasser aufzunehmen und zu speichern. Solche Stoffe sind beispielsweise in Waschpulver enthalten, damit dieses in geöffnetem Zustand nicht klumpt. Meist werden aber auch Trockenmittel in kleinen Tütchen elektronischen Neugeräten beigelegt, um sie vor Luftfeuchtigkeit zu schützenDas bekannteste Trockenmittel ist eine Siliciumverbindung und wird als Granulat unter dem Handelsnamen: Silicagel, Kieselgel, Blau- oder Orangegel angeboten. Normalerweise ist dieser Feststoff farblos. Um die aufgenommene Feuchtigkeit anzuzeigen, ist ein Indikatorstoff enthalten, durch den Blaugel im trockenen Zustand blau und in feuchten Zustand rosa gefärbt erscheint. Blau- bzw. Silicagel ist im Backofen bei 120-130 Grad Celsius innerhalb von 15 Minuten regenerierbar und verbraucht sich deshalb nicht.
Mit Hilfe von Quarzsand, können Blüten auch mit grobkörnigem Silicagel gut getrocknet werden. ( Bezugsquellen: Baustoffhandel/ Chemikalienhandel/ Versand)
Vorgehensweise: Das Trockengefäß (z.B. Eimer) wird bis zur Stielhöhe mit grobem Blaugel gefüllt und die möglichst blattlosen Stiele bis zur Blüte eingesteckt.
Danach füllt man in einer zweiten Lage die Zwischenräume der Blüten vorsichtig mit Quarzsand und bedeckt die Blüten ebenfalls mit diesem sehr feinen Sand. Anschließend kann der Trockenbehälter in einer dritten Lage mit Blaugel aufgefüllt und luftdicht verschlossen werden. Die Trockenzeit ist Erfahrungssache und ist natürlich auch von der Blüten – und Trockenmittelmenge abhängig. Quarzsand und Silicagel können mit einem Sieb wieder voneinander getrennt und danach getrocknet werden.
Nach
dem Trockenvorgang wird zunächst die oberste Schicht, das grobe Trockenmittel,
vorsichtig entfernt und danach der Quarzsand langsam abgschüttet und die
pergamentartig-empfindlichen Blüten vorsichtig herausgenommen. Empfehlenswert
ist die Nachbehandlung mit Sprühklarlack. Haarspray ist für diesen Zweck
weniger geeignet, da es dauerhaft klebt und Staub bindet. Staub auf mit Klarlack
behandelten Blüten, lässt sich von Zeit zu Zeit gut mit einem Fön
abblasen.Anmerkung: Der Handel verwendet für die Herstellung von Trockenblumen, Trocknungsanlagen, die die Blumenfeuchtigkeit beispielsweise durch Ablufttrocknung, Vakuumtrocknung oder Gefriertrocknung schonend entziehen.
Nicht alle Blumen eignen sich gut für die Trocknung. Auch innerhalb einer Blumenart, z.B. den Rosen oder Päonien, sind Sorten, die als Schnittsorten sehr lange halten eher geeignet, als solche, die sehr schnell welken. Außerdem sollte erwähnt werden, dass es durch den Trocknungsvorgang zu Verschiebungen der Blütenfarbe kommen kann, z.B. von rot nach schwarz-rot.
Die geöffneten Samenstände der Baum- bzw. Strauchpfingstrose lassen sich sehr gut lufttrocknen und als Beiwerk im Trockenstrauß oder in Gestecken verwenden.


